Pikachu in der Modewelt

Was hat Pokémon Go mit Kultur und in weiterer Folge mit Mode zu tun?
Marie-Christine Wilfer hat mit erst 22 Jahren bereits ihre erste Modekollektion am Laufsteg präsentiert. Ihre Kollektion trägt den tiefgründigen Titel I AM NO GHOST. Und Pikachu spielt dabei eine wesentliche Rolle.

Im Sommer 2016 reiste die junge Modedesignerin nach Malaysia, wo der thematische Ursprung ihrer Kollektion liegt. Marie-Christines Mutter stammt aus Malaysia, ihr Vater aus Österreich. In Malaysia gibt es drei große ethnische Gruppen: die muslimische, die chinesische und die indische Kultur. Dort hat Marie-Christine folgendes beobachtet:

„Oftmals findet man in diesem Staat Toleranz, aber noch öfter stößt man sich an den Kopf. Die Kulturgruppen, die nicht die eigene sind, werden im Alltagsleben sehr mit Vorurteilen und Klischees behaftet. Ich hatte das Gefühl, es ist fast wie bei uns in Österreich mit den Muslimen und Flüchtlingen im Land: Wir stecken jene in eine Kategorie und vergessen dabei, dass jeder Mensch noch immer ein Mensch ist.“

Mit ihrer Kollektion möchte sie eine Verbindung zwischen muslimischer und westlicher Mode schaffen: Sie spielt mit verhüllten und freizügigeren Designs. Sie macht darauf aufmerksam, dass sich hinter jeder Art von Kleidung immer nur ein Mensch versteckt.

Foto: Michael Kofler

 

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Eine Burka im Schnitt einer Jacke. Eine Burka, die nicht den ganzen Körper verdeckt, sondern ihn teils präsentiert. „Die Jacke kann auch als eine Art Schutzschild interpretiert werden“, so die Designerin. Der rosa Pullover darunter zeigt, dass das Leben durchaus bunt ist. Es ist wichtig, unter die Fassade zu schauen!

 

Zum ersten Mal hat Marie-Christine Wilfer in Malaysia gesehen, dass alle drei Kulturkreise im Park zusammentrafen — um Pokémon Go zu spielen. So kam es, dass Pikachu vom nagerähnlichen Pokémon zum verbindenden Element der Kulturen in ihrer Kollektion wurde. Er dient laut der Designerin als kontroverses Motiv und als Auflockerung der Strenge dieses Themas.

Foto: Michael Kofler

Die Designerin erklärt:

„In meiner Kollektion geht es darum, einen gemeinsamen Nenner zu finden und eine Kommunikationsbasis zu schaffen für eine offene und tolerante Gesellschaft. Als gemeinsamen Nenner habe ich mich für etwas Einfaches, Erfrischendes und Besonderes entschieden: Pokémon Go als Ausgangsthema und im Weiteren dann das sehr plakative Pokémon mit viel Erkennungswert: Pikachu.“

Dieser gemeinsame Nenner ist in ihrem Fall die Kinderserie Pokémon, da das Fernsehen junge Menschen beim Aufwachsen beeinflusst. Durch Kinderserien können immerhin sogar Freundschaften entstehen.

Fazit

In ihrer Kollektion spielt Marie-Christine Wilfer mit Pokémon und macht gleichzeitig auf Ethnologie aufmerksam: Wie leben diverse Kulturen in einem Land miteinander? Welche Rolle spielen die unterschiedlichen Werte überhaupt, wenn es eine gemeinsame Leidenschaft gibt? Ein buntes Modewerk, das zum Nachdenken anregt!

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