Vom Schneiderlaien zum Modedesigner

Kreativ war er schon immer, doch Manuel Essl saß im Modekolleg in Graz zum ersten Mal an einer Nähmaschine. Er wusste nicht, was ihn dort erwarten würde. Sein erstes T-Shirt verkaufte er in die USA. Heute führt er seine selbst designte und genähte Kleidung im Manuel Essl Design Store in der Münzgrabenstraße.

Hinter jeder Kollektion steckt eine eigene Story. Mit seinen selbst designten Prints greift Manuel Essl immer ein spannendes Thema auf. Aktuell ist es das Universum, das ihn interessiert, wie weitreichend und unerkundet es noch ist:

„Die Prints habe ich mit Camouflage kombiniert, um die Tiefen darzustellen. Da sind ein paar Planeten, aber es kann einfach noch unendlich weitergehen. Es ist nicht nur ein Universum, sondern ein Multiversum, und wir sind in diesem Multiversum auf der Erde quasi ein Sandkorn.“

LOOK INTO SPACE – die aktuelle Kollektion

Made in Graz
Nach der ersten Idee kann es machmal sehr schnell gehen. „Bei der aktuellen Kollektion habe ich mir viele Dokumentationen angeschaut, weil ich wusste, ich will das Thema unbedingt aufgreifen“, so der junge Designer. Wenn alle Stoffe da und die Prototypen fertig sind, geht es richtig los.
Manuel Essl fertigt seine Kleidung in sehr kleinen Stückzahlen in seiner ebenfalls kleinen Werkstatt in Graz. Wenn sich etwas gut verkauft, produziert er nach. Bisher gibt es vier Kollektionen, drei davon sind bedruckt. Die vorletzte Kollektion bezeichnet Essl als „ein bisschen kommerzieller“, weil sie eher schlicht gehalten ist.

Es gibt sogar ein paar Stücke, die nicht zum Verkauf gedacht sind, weil sie durch das Kunstleder zu warm sind. Diese werden für das Präsentieren auf Modeschauen und für Fotoshootings verwendet. So ist es auch mit dem goldenen Rock, der cool aussieht, aber nicht tragbar ist, weil das Leder so steif ist. Bei diesen Stücken steht das Design vor dem Komfort und der Funktion.

Eine Frage des Stils 

Für den jungen Modedesigner ist Kleidung das wahrscheinlich augenscheinlichste Kommunikationsmittel. Sie spricht über die Persönlichkeit des Menschen — ob er fröhlich ist, welche Farben er trägt oder ob er überhaupt farbenfroh ist. Alle haben die Freiheit, ihre Persönlichkeit individuell zu interpretieren. 

Black is my happy color

 

„Ich finde niemanden modisch, der trendige Looks bei H&M kauft. Das kann jeder, der da herumspaziert. Da ist es cooler, wenn man kleineren Labels fündig wird, wovon nicht jeder Bescheid weiß. Man muss sich aber mit dem Metier beschäftigen, um so etwas zu finden. Das drückt dann mehr über die modische ,Fähigkeiten’ aus — aber ich will niemanden degradieren, der z.B. bei H&M einkauft“, so Essl.

 

 

Langfristig gefällt ihm ein klassischer Stil besser als ein trendiger, kurzfristiger. Als „kleiner“ Designer  bleibt der Print länger spannend und neuartig — das sei der Vorteil zu großen Designern. Für Herbst/ Winter ist wieder eine Kollektion ohne Print geplant. Einmal im Jahr soll es eine größere Kollektion mit Print geben und eine kleinere, etwas klassischere.

 


Mehr über Manuel Essl folgt in Kürze auf ozlblog.com

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