Am Kragen

Laut Paul Watzlawick könne man nicht nicht kommunizieren. Auch unsere Kleidung kann die alltägliche Kommunikation beeinflussen — oder auch nicht. Sie ist ein visuelles Kommunikationsmedium, das oft Vorurteile auslöst. Designerin Maria Wolfsteiner vermisst heutzutage die Individualität. 

„Ich glaube, man merkt in der Öffentlichkeit nicht mehr, dass die Leute etwas über die Kleidung kommunizieren. Meiner Meinung nach kommunizieren sie gar nichts. Es gibt auf der ganzen Welt, in jeder Stadt überall das Gleiche. Es gibt überall diese Billigshops. Wo gibt es eigentlich noch etwas, wo jemand was Persönliches kommuniziert? Persönlich können nur die etwas kommunizieren, die sich mit Mode auseinandersetzen und sich von der Masse abheben“, so Wolfsteiner.

Natürlich können sich nicht annähernd alle Menschen oder gar Modeinteressierte in Haute Couture hüllen. Aber ohne Haute Couture kann Prêt-à-porter nicht leben, denn Modeketten kopieren die Designs der großen Luxusmarken in deutlich günstigerer Art und Weise. So verschwinden Erscheinungsbilder aber in der Masse. Wolfsteiner verstehe nicht, warum sich junge Leute heutzutage nichts mehr schneidern lassen. Bei ihrer Tochter sei es offensichtlich, dass sie beruflich mit Kunst oder Design zu tun hat. Und auch bei ihr selbst: „Wenn ich in Designerläden gehe, wissen sie genau, dass ich mit dem Fach vertraut bin. Ich bin ja nicht irgendwer, sondern ich komme aus der Modebranche.“

Inspiriert wird Maria Wolfsteiner unter anderem von ihrer kreativen Familie: Ihr Mann ist Architekt, ihre Tochter hat Industriedesign und medienübergreifende Kunst studiert. Alle drei beschäftigen sich mit Design, Architektur, Kunst und Mode, wodurch die Inspirationsquelle immer groß ist. Zudem ist die Natur sehr wichtig für Maria Wolfsteiner: „Wenn ich drei Stunden einen Berg hinauf gehe, habe ich wahnsinnig viele Ideen und die werden auch alle umgesetzt.“ 

Einer von vielen originellen Wolfsteiner Krägen

Das ist Wolfsteiner

Ihr Markenzeichen sind die ausgefallenen und ganz unterschiedlichen Krägen. Bei ihrer Modenschau im Starhemberg Schloss vor einigen Jahren trug sie selbst einen weißen Hosenanzug mit einem hohen Stehkragen. Sie erinnert sich zurück: „Ich weiß nicht, wie viele Leute den Hosenanzug wollten. Ich hatte Krägen immer schon gern und dann sind die Kunden mit dem Wunsch nach einem stehenden Kragen gekommen. So hat sich das entwickelt, immer andere Krägen zu kreieren. Das ist Wolfsteiner.“ 

Herauszufinden, welcher Wolfsteiner-Kragen jemandem am besten passt, läuft nach Versuch und Irrtum. Denn das hängt stark von Körper- und Gesichtsform ab. So kann es sein, dass ein Kragen fünf Mal geändert wird. Das Probieren macht Design aus.

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